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Monday, January 4, 2010

-20+10

Klirrend kalt und “tropisch” warm, so präsentierte sich die heurige Weihnachtszeit. Es war sogar dermaßen kalt, dass wir unmittelbar nachdem wir aus dem Auto gestiegen waren fast einstimmig (es gibt immer einen Fanatiker der immer will) beschlossen haben in die nächste Bar zu gehen, anstatt die geplante Skitour zu starten. Und Tage später schwitzte man beim Aufstieg vor lauter Luftfeuchtigkeit und relativ hohen Temperaturen wie in einer Sauna. Trotz diesem auf und ab an Temperaturen lag genügend Schnee in den Höhen und es konnte fleißig gepowdert werden!
Powdern 2010


Aufstieg bei klirrender Kälte



Monday, November 16, 2009

Finito

Fast alle Kletterprojekte, leider nur fast alle wurden für heuer abgeschlossen. Es kann jetzt anfangen zu schneien, oder gehen sich noch ein paar schöne Tage aus um die letzen Projekte abzuschließen? Die Ski könnten eigentlich noch warten!


Thursday, July 30, 2009

Sass dla Crusc - Heiligkreuzkofel

Nach einer Klettererei in den Dolomiten saßen wir wie so oft in Pedraces in unserer Lieblingskonditorei „Ricky“ bei Kaffe und Kuchen und konnten die Aussicht auf den Heiligkreuzkofel genießen. Von der Terrasse aus hat man einen Blick auf die berühmten Kletterrouten wie den Mittelpfeiler, Die Grosse Mauer und die Mayerlverschneidung. Und wie so manch anderen zieht auch uns diese Wand magische an.
Nun standen wir vor der Wand, nachdem wir gemütlich mit dem Sessellift zum Hospiz und weiter über den Vorbau zum Einstieg zur Mayerlverschneidung gelangt waren. Heute war stabiles Wetter vorausgesagt und dementsprechend der Andrang auf die Routen groß. Nachdem wir die erste brüchige Seillänge hinter uns brachten, ging es in gutem Fels, über die markante Verschneidung die sich komplett aufs Gipfelplateau hinaufschlängelt weiter.
Ich hing in einem nicht gerade bequemen Stand, sicherte Matthias und plötzlich hörte ich ein typisches Summen eines herabfallenden Steins. Schnell drückte ich mich zur Wand um einen Einschlag zu entgehen, aber das Summen wurde immer lauter, ja sogar unheimlich laut! Ich hatte noch nie zuvor solch ein intensives, unangenehmes Geräusch eines herabfallenden Gegenstand gehört. Es fuhr mir durch Mark und Bein und es verwandelte sich in ein flatterndes Geräusch, als ob einen Steinlawine über mich rollen würde. Mein Blick schweifte nach oben und ich traute meinen Augen nicht....ein Mensch kam mir im freien Fall entgegen! „Sch... ein Kletterer stürzt ab!!!“ dachte ich mir, doch in diesem Augenblick öffnete sich ein Fallschirm und der Basejumper glitt sanft Richtung Tal. Aus allen Ecken der Wand tönte es: aso a Trottl – Coglione – Arsch und noch vieles mehr. Alle Kletterer waren vom intensiven Geräusch des Basejumpers und von der Silhouette des herabfallenden Menschen erschrocken, und trotzdem mehr als erleichtert dass sich ein Schirm rechtzeitig öffnete. Nun konnte weitergeklettert werden, da kam auch schon Jumper No. 2 uns entgegen. Fast schon langweilig :-)
Die Mayerlverschneidung war super und abwechslungsreich, das Wetter blieb gut und weil wir herumgetrödelt hatten, konnten wir den wunderschönen Abstieg direkt ins Tal ohne Lift genießen!

Sunday, June 7, 2009

Falzarego Secrets

Der Falzaregoturm, bekannt für seine klassischen Routen von Dibona, Comici, Strobel entlang von Rissen, Verschneidungen und Kanten, ebenfalls bekannt durch seine vielen alten und noch immer sichtbaren Kriegsrelikte aus dem Ersten Weltkrieg. Die Alpini benutzten diese Felsformation auch noch später zu Übungs- und Trainingszwecken und hinterließen „Alpini Routen“, viele Haken und sogar Farbmarkierungen die von weit her sichtbar sind und einem die Orientierung im Fels erleichtern :-)
Eigentlich war ich der Meinung dass dieser Berg alpinistisch erschlossen ist und es kaum noch einen hackenfreie Stelle gibt, doch letztes Jahr war ich in der Wand unterwegs und entdeckte zu meinem Überaschen eine gebohrte Route. Noch nie hatte ich von dieser Route gehört und in keinem meiner Führer war sie verzeichnet. Dies konnte nur eines bedeuten: Einstieg suchen und probieren. Zu Pfingsten parkten wir wie c.a. 100 andere Falzaregobezwinger unser Auto beim Gasthof Strobel und im Gänsemarsch ging es Richtung Fels. Was wir aber vorfanden war keine speckige überfüllte Route sondern eine super abgesicherte, durch kompakten steilen Fels laufenden Route mit zehn Seillängen. Ich konnte es kaum glauben, dass man auf einem so überlaufenen und mit Routen bespickten Berg noch so eine tolle Linie herauszaubern kann! Nur schade dass ich mich nicht mehr ganz erinnern kann wo genau diese Route startet :-)



Wednesday, April 15, 2009

King of Schiavaneis

Sobald ich King of Schiavaneis höre, dann denke ich sofort an einen muskelbepackten Kletterer, der alle Routen im Pian Schiavaneis Klettergarten zieht. Falsch! Der wahre Herrscher ist ein pelziger Kollege, mit nur einem Schneidezahn; eine Miniaturausgabe eines Mammuts! Er verteidigt fleißig seinen Aussichtsstein unter welchem er auch seinen Bau (Harem?) gegraben hat. An seinem Bauchumfang kann man erkennen, dass bereits viele Kletterer in Schiavaneis waren und den „King of Schiavaneis“ gut gefüttert haben.

King of Schiavaneis

Geklettert wurde in mitten von meterhohen Schnee auch! Die Sonne brachte unsere Schultern zum Glühen und die Unterarme glühten vom bombigen, überhängenden Kalk!


Tuesday, March 24, 2009

Sassongher - Val Scura

Im Dezember fuhr ich mit Freunden über dem Valparolapass nach Sottoguda zum Eisklettern. Kurz vor dem Pass, erkennt man den Sassongher und das Val Scura. Ein perfektes, pfeilgerades Coloire das tief eingebettet, zwischen dunklen Felsen, einen weißen Strich vom Gipfel bis ins Tal zieht. In meinen Augen funkelte es „do fohr i mit die Ski oar“ sagte ich zu meinen beiden Freunden. „du hosch jo an Schoden“ gaben sie zurück und wir fuhren weiter.
Nun war es soweit, das Val Scura sollte in Angriff genommen werden. Heute starten wir zu fünft und zum Glück war Oliver, ein waschechter Bayer mit dabei. Ein Auto parkten wir in Corvara und Oliver’s Auto konnten wir irgendwo in Kolfuschg abstellen – sein Auto hat ein deutsches Kennzeichen und der Gast ist König!
Mit den Skiern ging es hinauf über das Edelweißtal, bis zum Beginn des gesicherten Steiges in Richtung Sassongher. Dort erwartete uns ein kalter Wind, der beim Anschnallen unserer Steigeisen sicherlich nicht behilflich war. Auf breiten Trittspuren gelangten wir bis zur Sassongherscharte, von wo aus man innerhalb weniger Minuten die Einfahrt zum Val Scura erreicht. Mit Val Scura ist sicherlich nicht untertrieben. Dunkel und abweisend präsentiert sich der Start der Rinne, dafür geht es nicht sofort steil los. Der Wind hatte nachgelassen und die Sonne schient noch teilweise in das Coloire. Endlich ging es los und wir konnten durch dieses schnurgerade Tal zwischen steilen Felsen fahren. Durch die südöstliche Ausrichtung war der Schnee etwas hart und trotzdem teilweise weich. Dies konnte unserer Euphorie aber nichts anhaben und wir zogen unsere Kurven. Wir hatten extra Klettergurte mitgenommen, um uns an einer 10m Felsstufe am Ende der Rinne abzuseilen. Diese Stelle konnten wir aber nicht finden, da sie heuer komplett zugeschneit war. Noch besser, damit waren wir eher bei unserm Bier auf einer sonnigen Terrasse in Corvara!
Sassongher mit dem Val Scura


Wir genießen die Sonne bevor es dunkel wird


Bayrischer Ski Rowdy


Gerader geht's nicht mehr





Aus, fertig.....ab zum Bier

Monte Cristallo - Canale Staunies

Samstag Morgen, wir fahren durch das tiefverschneite Höhlensteintal nach Schluderbach. Es liegen noch Massen an Schnee, obwohl wir bereits gegen Ende März sind. Am Ausgangspunkt zur Cristalloscharte herrscht bereits reges Treiben. Der Parkplatz ist schon zugestopft mit Autos und Tourengeher montieren noch hektisch ihre Felle. Andere lassen sich von weiteren Tourengehern nervös machen die bereits gestartet sind, aber der eigener Partner ist lange noch nicht bereit, weil er noch verzweifelt die Brille im Handschuhfach sucht. Uns lässt dies kalt, wir sind nur hier um ein Auto zu parken, um am Ende dieser Tour zu unserem Ausgangspunkt zurück zu gelangen. Von hier aus haben wir den ersten Einblick auf die Nordseite des Monte Cristallo und auf die Staunies Rinne, unser Ziel für heute.
Wir fahren weiter zum Tre Croci Pass, lösen dort unsere Skipässe und es geht hoch per Sessellift zur Forcella Staunies. Oben angelangt, erwartet uns ein freundlicher Liftwart mit: Ciao ragazzi, cosa fate oggi? Wir machen zwei Schritte von der kleinen Liftstation nach vorn und wir stehen vor der Einfahrt zur Staunies Rinne: Jetzt weiß der Liftwart was wir vorhaben! Bevor wir losfahren, brauchen wir noch einen Kaffe in der Lorenzi Huette, es ist nämlich kalt und ein „zärtlicher“ Wind streichelt unsere von der langen Sesselliftfahrt festgefrorenen Wangen.Nun werden die Skier angeschnallt, Bindung kontrolliert, einmal tief durchschnaufen und Los geht’s. Die ersten Schwünge sind noch ein bisschen steif, sofort aber gewöhnt man sich an den Schnee und an die Steilheit. Nach wenigen Metern wandelt sich der griffige Schnee in feinen Pulverschnee – perfekte Bedingungen und wir können uns kaum bändigen. Das Anhalten um Fotos zu schießen wird fast zur Qual, man will nur noch jeden Meter im Pulverschnee genießen der sich neben dem Dolomitenfels auftürmt. Die Rinne öffnet sich und so wie sich das Gelände ändert, so verwandelt sich nun auch der Schnee in „schönen“ Bruchharsch. Egal, wir ziehen trotzdem unsere Schwünge hinaus Richtung Schluderbach. Und noch immer begegnen wir Gruppen von Tourengehern, die zur Christalloschart hoch wollen. Mit einem breiten Grinsen und mit Freerideski bewaffnet, ziehen wir an ihnen vorbei. Unsere Gedanken sind noch in der Staunies Rinne – sicherlich eine der schönsten im Dolomitenraum.

Blick von oben

Die ersten Meter nach der Liftstation


Feinster Pulverschnee